Veto 48

Was lange währt, währt immer länger

Hier ist sie endlich, die VETO 48. AbonennentInnen werden sich schon gefragt haben, ob sie überhaupt nochmal irgendwann eine VETO erhalten werden. Die Frage ist nicht unberechtigt. Der Zahn der Zeit nagt an der VETO, der Spagat zwischen einer inhaltlich immer besseren Zeitschrift, die immer noch die Dinge bringt, die ansonsten untergehen und der personell immer dünneren Decke von Leuten, die die VETO machen, zerreißt sie langsam aber sicher.

Es ist nicht das erste Mal, daß die VETO Probleme hat, und oft war nach der Redaktionssitzung die Stimmung gut, aber nach und nach häufen sich die Schwierigkeiten. Dabei sind es nicht die einzelnen Aspekte sondern es ist die Gemengelage, die die Arbeit zäh werden läßt und die wenigen, die das Projekt aktiv tragen, ermüdet. Diese sind obendrein meist in andere Aufgaben verstrickt, sei es Praxis, Uni-Job, ungesicherte Existenz, Familie etc..

In dieser Situation haben wir uns entschlossen, daß die VETO 50 die letzte VETO sein wird. Dies ist also der offizielle Beginn der Chronik eines angekündigten Abschieds. Diejenigen, die diesen Abschied verkünden, sind die gleichen, die sich lange gegen ihn gesträubt haben. Es sind die, die in den letzten Jahren die VETO gemacht haben. Und die diesen Schritt, aufzuhören mit der VETO nicht tun wollten. Denn die VETO ist nicht nur eine Zeitung, sie ist und war immer auch eine Klammer für die unterschiedlichen Menschen, die sich der AGKT zugehörig fühlten. Sie war auch der Zwang, Diskussionsprozesse zu Papier zu bringen und einer breiteren Kritik zu stellen. Aus den Auseinandersetzungen auf AGKT-Treffen wurden Artikel, die auf dem Niveau selten in der tiermedizinschen Literatur zu finden sind und oft den Diskussionsständen anderer Zirkel weit voraus.

Mit dem absehbaren Ende sind wir natürlich auch in die Diskussion eingestiegen, wie es denn weitergehen soll, an welcher Stelle sich die Meinungen und Diskussionsergebnisse jetzt festsetzen sollen. Die Diskussion ist angestoßen aber noch längst nicht zu einem Ziel gelangt. Konsens war allerdings, daß ohne die Möglichkeit der Publikation, die Diskussion rasch an Tempo und Tiefe verlieren wird, da diskutieren für uns keine zweckfreie Selbstbefriedigung ist. Der Ausdruck „Diskussionsstand“ beinhaltet, daß etwas irgendwo steht. Es wird wahrscheinlich nicht mehr in der VETO sein.

In dieser VETO wird nun wieder einiges an Diskussionsständen dokumentiert. Im ersten Teil finden sich mehrere Beiträge zum Lehren und Lernen, die nach Inkrafttreten der neuen TAppO an Aktualität nichts eingebüßt haben. Aber nicht nur das Thema Studium steht im Inhaltsverzeichnis. Auch die Weiterbildung, das vielgepriesene „lebenslange Lernen“ wird thematisiert. In fast allen Tierärztekammern des Landes wurde und wird an neuen Weiterbildungsordnungen gestrickt. Weiterbildung hat allerdings nicht nur mit hehrem Wissen und Können zu tun. Es geht dabei auch um die Erweiterung und Sicherung von Marktchancen.

Mit der Einrichtung eines PhD-Studienganges ist es der TiHo Hannover „gelungen“, die Postgraduiertenausbildung auf die Gesamtlehre anrechnen zu lassen, was die Zahl der Studierenden im Grundstudium verminderte. Auch dieser Weg ist sicherlich diskussionswürdig, rührt er doch an die alte Frage des Sinns und Unsinns von Zulassungsbeschränkungen. Auch dazu hat in vergangenen VETOs schon viel gestanden.

Der VETO-Schwerpunkt der Nr. 47 „Tierseuchen“ wird in dieser VETO mit drei Beiträgen fortgeführt, einer Fortführung der Geschichte der Tierseuchenbekämpfung in Europa, der Diskussion wirtschaftlicher Aspekte und der Mythenjagd.
Neben diesen Hauptteilen finden sich wieder diverse Beiträge zu klassischen AGKT-Themen (Berufspolitik, Verbraucherverhalten und Tierschutz).

Zum Schluß noch eine Bemerkung für die AbonnentInnen. Bei der Einziehung der Gelder gehen wir bis auf weiteres davon aus, daß mit der VETO 50 Schluß ist und werden keine darüberhinausgehenden Zahlungen einfordern. Diejenigen, die schon mehr gezahlt haben, bitten wir, dies als gute Tat zu verbuchen, da es uns vermutlich nicht möglich sein wird, diese Beträge zurückzuerstatten. Wir versichern allen, daß falls Gelder übrigbleiben sollten (was nicht wahrscheinlich ist), diese in die Arbeit der AGKT einfließen werden.

Nach so viel Ende ist es Zeit, mit der Lektüre anzufangen…

Die Redaktion

Inhaltsverzeichnis der Veto Nr. 48

Redaktionelles, Inhalt & Impressum ….. 2

Editorial ………….. 3 

Aus-, Fort- und Weiterbildung

Auf verschlungenen Wegen ins Gehirn 
Vom Lernen und wie die Lehre dabei helfen kann……….. 4 

Ohrenschmaus & Ohrengraus
Über die veterinärmedizinische Vorlesungslandschaft und Ansätze zur Verbesserung
… 8 

Ph.D.-Studium
Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs verbessern …… 12 

Wie denn? Wo denn? Was denn?
FachtierärztInnen und Zusatzbezeichnungen [PDF]…….. 14 

Weiterbildung globalisiert
Entwicklungen im Fach Pathologie ………. 19 

Weiterbildung im “Ganzheitlichen Bereich”………………… 21 

Fort- und Weiterbildung im öffentlichen Dienst……………………….. 22 

Strukturelle Auswirkungen von Fortbildung…………………………….. 25 

Lifelong Learning
Tierärztliche Weiterbildung in England…………………………………….. 27 

Tierseuchen

Von der Rache der Götter zum Handelshemmnis
Tierseuchenbekämpfung unter geänderten Vorzeichen (Teil 2) ………….. 30 

It‘s all in the money
Zur wirtschaftlichen Bedeutung von Tierseuchen …………………………….. 32 

Die Tollwut und die Wut der Jäger………………………………. 36 

Verschiedene Themen

Leben und leben lassen
Koexistenz unter Tierärzten……………… 38 

SchummelEi
Untersuchung über den Einfluß objektiver Verbraucherinformation auf das Kaufverhalten bei Hühnereiern………….. 40 

Desire to go
Tierschutz und Schlittenhundesport ……..42 

Abenteuerreisen
AGKT-Treffen in Leipzig
von Natascha Arras 
(Autorangabe fehlt im Heft)…………….. 46 

Aus dem Netz
Hart am Wind
Aus-, Fort-, und Weiterbildung im Internet..49 

AGKT online
Email-Adressen ………………………………. 49 

Anzeigen ………………………………………. 50 

AGKT-Treffen in Bretzfeld…………………… 51
Kontaktadressen …………………………… 52 

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